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Projekt FREE THE BEARS 

tp369Seit fast zwanzig Jahren engagiert sich Free the Bears für misshandelte Bären und für die Erhaltung ihres Lebensraumes. Gegründet wurde die Organisatin von der Australierin Mary Hutton 1995, nachdem sie im australischen Fernsehen einen Bericht über Bären gesehen hatte, die in katastrophalen Zuständen gehalten wurden.

Die Kragenbären werden jahrelang in sarggroßen Käfigen gehalten, um ihnen durch einen Katheter stetig Gallenflüssigkeit abzuzapfen. Diese Gallenflüssigkeit besitzt in der traditionellen chinesischen Medizin eine heilsame Wirkung und Interessenten sind bereit, hohe Preise dafür zu zahlen, obwohl derselbe Wirkstoff schon lange auch im Labor hergestellt werden kann.

 

Doch längst rettet Free the Bears nicht nur Kragenbären aus Gallenfarmen, sondern engagiert sich auch gegen den Handel mit sogenannten „Tanzbären“ in Indien und betreibt Auffangstationen in fünf Ländern Süd‐ und Südostasiens (Kambodscha, Laos, Vietnam, Thailand und Indien). Hier werden die beschlagnahmten und geretteten Bären medizinisch versorgt und können in Frieden leben. Viele der Bären können tp370nicht mehr in die Wildnis entlassen werden, da sie durch ihr bisheriges Leben psychisch und / oder physisch nicht mehr in der Lage sind, selbstständig für sich zu sorgen. Zusammen mit der Regierung befreien die Helfer von FTB auch Jungtiere, die von einigen Menschen der Bevölkerung als Haustiere gehalten werden. Gerade diese Zusammenarbeit zwischen der Hilfsorganisation und Regierungsstellen ist ein zentrales Thema von FTB. Mary Hutton ist überzeugt, dass die Situation der Bären nur gemeinsam mit der Regierung verbessert werden kann. Um die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren, gibt es in jeder Auffangstation die Möglichkeit für Schulklassen und Besucher, sich über die Bären und ihren Schutz zu informieren.
Doch nicht nur in den Auffangstationen sind die Helfer und Mitarbeiter von FTB aktiv. Die Auffangstationen sind an und für sich nur als Notlösung gedacht, denn die meisten Bärenkinder verwaisen, wenn der Mensch auf den Bären trifft und der Bär den Kürzeren zieht. Dann bleiben oft die Welpen zurück, die entweder verhungern oder von den Menschen eingesammelt werden. Diese „Mensch‐Bären‐Konflikte“ entstehen vor allem dann, wenn der Mensch in die angestammten Reviere der Tiere eindringt. Dann verschwindet der Wald, die Tiere finden keine Nahrung mehr und kommen in die Dörfer, plündern die Mülltonnen und den Hühnerstall.
Die Mitarbeiter der indischen Station Suhelwa Wildlife Sanctuary kommen, wenn sie um Hilfe gerufen werden. Zuletzt retteten sie ein Bärin, die sieben Schuss‐ und einigen Splitterwunde erlitten hatte, als Menschen sie von ihrem Dorf fernhalten wollten. Sie wurde gesund gepflegt und kann hoffentlich bald wieder in die Wildnis entlassen werden.
Doch nicht immer verläuft alles so gut wie in diesem Fall. Viel zu oft enden Mensch‐Bär‐Konflikte tödlich, auf beiden Seiten.

tp372Um mehr über die Bären und ihre Gebiete zu erfahren, wurde nun erstmals ein geretteter Bär mit einem Peilsender ausgestattet. So sammeln die Mitarbeiter und Biologen Informationen über die Wanderrouten, Aufenthaltsorte und Bewegungen der Bären. Dies ist ein weiterer Schritt dahin, die Problematik der Mensch‐Bär‐Konflikte zu verstehen und dagegen anzugehen. Alle drei Monate bringt FREE THE BEARS den sogenannten „Bearprint“ heraus, ein Newsletter für Mitglieder und Interessierte, in dem über den aktuellen Stand in den Stationen und
in der Organisation berichtet wird. Nachfolgend sind die Updates aus dem aktuellen Bearprint „September 2013“ zusammengefasst. Den Newsletter sowie alle vergangenen Updates können auf http://www.freethebears.org.au/web/FTB‐News/Newsletter/ nachgelesen werden.

Update KAMBODSCHA

In Kambodscha lebt die größte in menschlicher Obhut lebende Gruppe Malaienbären. Die auch Sonnenbären genannten Tiere sind in tp371der freien Wildbahn Einzelgänger, umso schwieriger ist die Unterbringung in der Station in Phnom Tamao. Sie sind zwar die kleinsten der echten Bären, jedoch haben sie die größte Persönlichkeit. So muss bei der Zusammensetzung der Kleingruppen darauf geachtet werden, wer mit wem kann und mit wem nicht. Gerade jetzt, 5‐ 10 Jahre nach Eröffnung der Auffangstation, befinden sich viele der einstigen Findelkinder in der Bärenpubertät. Für die Pfleger bedeutet das umso mehr Wachsamkeit und Vorsicht, da sich die Launen der Bären täglich ändern können.

Die Auffangstation in Kambodscha wird stets erweitert, da trotz der Bemühungen des FTB‐Personals ständig neue Bärenwaisen und misshandelte Bären hinzukommen. Erst kürzlich sind vier neue Bärenjunge angekommen, teilweise aus Privatbesitz, teilweise aus dem Kofferraum eines illegalen Tierhändlers. So war das neue Bärenhaus, das Anfang November 2013 eingeweiht wurde, schon vor der offiziellen Eröffnung voll besetzt. Den jungen Bären geht es inzwischen den Umständen entsprechend gut und bilden diezweiundzwanzigste Bärengruppe in der Auffangstation Kambodscha.

tp374Ein ganz besonderes „Goldstück“ ist die achtzehn Jahre alte Bärin Brandy. Sie ist der wohl berühmteste asiatische Schwarzbär in der kambodschanischen Auffangstation, leuchtet ihr Fell doch in allen möglichen Braun‐, Blond‐ und Goldtönen. Doch nicht nur ihr Äußeres ist ungewöhnlich. Sie scheint eine ganz besondere Persönlichkeit unter den Bären zu sein, da sie durch ihr entspanntes Gemüt Ruhe in die Gruppe ihrer Mädels bringt. Das goldene Fell ist bei den asiatischen Schwarzbären zwar sehr selten, doch kommt die Färbung auch in der freien Natur immer wieder vor.

Update LAOS

In der Auffangstation LAOS leben hingegen nur 23 Bären, hauptsächlich Kragenbären. Die Mitarbeiter und freiwilligen aus Laos haben zum Jahresende eine gute Nachricht: Die im April am Hirn operierte Bärin ChamPa ist auf dem Weg der Besserung. Das Bärenmädchen war 2010 als Welpe in die Station gekommen. Wildhüter hatten sie vor dem schrecklichen Schicksal in einer der Gallenflüssigkeitsfarmen bewahrt. Ihre Geschwister hatten die Behandlung durch die Wilderer nicht überlebt.
tp373Den Stationshelfern fiel zunächst ihr beulenförmiger Kopf auf. Man vermutete Hydrocephalus, umgangssprachlich auch „Wasserkopf“ genannt. Diesen Verdacht hätte man nur mit
einem MRT oder CT überprüfen können, doch beides war nicht möglich in Laos. Da die Symptome nur schwach waren, hat man es dabei belassen.
Bei dem Krankheitsbild Hydrocephalus sammelt sich übermäßig viel Cerebrospinalflüssigkeit (CSF) in den Vertiefungen im Hirn an. Dabei entsteht ein Überdruck im Kopf, typische Symptome beim Menschen sind Kopfschmerzen, Krämpfe und Tunnelblick. Unbehandelt führt die Krankheit früher oder später zum Tod. Drei Jahre lebte
ChamPa in der Station, doch dann begann ihr Zustand sich rapide zu verschlechtern.
Sie schaukelte ihren Kopf hin und her, war nicht mehr in der Lage, mit anderen Bären zu interagieren und ihre Sehfähigkeit kaum mehr vorhanden. FTB organisierte daraufhin ein internationales Tierärzte‐Team, um ChamPa zu retten. In einer sechsstündigen Operation wurde sie im Februar 2013 am Kopf operiert.
Bereits am nächsten Morgen, nachdem sie aus der Narkose aufwachte, war eine deutliche Besserung ihres Zustandes zu bemerken. Sie hatte mehr Kontrolle über ihr Gleichgewicht und war im allgemeinen aktiver als zuvor, außerdem schien sich ihre Sehfähigkeit wieder einzustellen. Sechs Wochen lang wurde sie noch beobachtet, dann stellten die Tiermediziner zufrieden fest: Die Operation war ein voller Erfolg.
Seit der Operation hat ChamPa sich wieder gut erholt und sogar 10 kg Gewicht zugelegt. Jetzt tollt sie umher oder liegt entspannt in ihrer Hängematte. Von ihrer Krankheit ist nichts mehr zu sehen.

Doch auch beim Schutz in den Wäldern sind die Mitarbeiter weiter gekommen. In den letzten Jahren sind die Wilderer dazu übergegangen Zäune an den Wanderrouten der Bären aufzustellen. Diese haben an bestimmten Stellen kleine Durchgänge, durch die die Bären versuchen, auf ihr ursprüngliche Route zu kommen. Doch genau dort warten die Wilderer. FTB konnte mit Spendengeldern die behördlichen Umweltbeamten Schulen und sie für diese Methode sensibilisieren, sodass sie nun in der Lage sind, über GPS die Wanderrouten zu finden und die Zäune einzureißen.

Update INDIEN

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Die Stationen in Indien haben immer wieder mit Überschwemmungen durch den Monsun zu kämpfen. Doch nach den großen Fluten in 2011 und 2012 sind sie nun besser ausgestattet denn je.
So können die Bären auch in den größten Regenfällen sicher und trocken untergebracht werden. Der größte Erfolg in den letzten Monaten war die Wiederauswilderung eines jungen Lippenbären, der vom Wildlife SOS Team aus einer Flut im Mai gerettet wurde. Er war zwischen die ebenfalls in Panik geratenen Menschen eines Dorfes geraten, die ihn angegriffen hatten.
Das SOS Team brachte ihn daraufhin in die Agra Bear Rescue Facility, wo er gesund gepflegt wurde. Sobald er wieder einen fitten Eindruck machte, wurde er in Zusammenarbeit mit dem San Diego Zoo und der International Animal Rescue mit einem Peilsenderhasband ausgestattet und in die Wildnis entlassen.

Mehr über die Organisation auf www.freethebears.org.au

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