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Der Steinkauz

Kleine Eule in Not

Steinkauz Seit 2003 beteiligt sich der Tierpark an einem Wiederansiedlungsprogramm im nördlichen Harzvorland, zur Rettung des Steinkauzes.
Der Steinkauz (Athene noctua) ist eine kleine Eulenart aus der Familie der Eigentlichen Eulen (Strigidae). Seine Verbreitung erstreckt sich über Nordafrika und Asien bis weit in den Osten. In Mitteleuropa ist er im waldfreien Tiefland anzutreffen, allerdings ist seine Bestandsentwicklung stark rückläufig, was zu inselartiger Siedlungsstruktur bzw. zum Aussterben von Teilpopulationen führt.

Tierpark Bischofswerda freut sich über Nachwuchs bei den Steinkäuzen

Die Geduld im Tierpark Bischofswerda hat sich ausgezahlt, im Jahr 2010 hat das Elternpaar erstmals zwei Jungtiere erfolgreich aufgezogen und im darauffolgenden Jahr waren es sogar fünf Jungtiere. Mit etwa 8 Woche hat der nachwuchs erstmals den Nistkasten verlassen. Im Jahr 2016 haben ebenfalls 6 Jungtiere (3 weibliche, 3 männliche) das Licht der Welt erblickt - ein Zeichen dafür, dass sich die Tiere wohlfühlen.

Nun kann der Tierpark einen kleinen Beitrag leisten und sich aktiv am Wiederansiedlungsprogramm beteiligen. In Zusammenarbeit mit dem Tierpark Hexentanzplatz in Thale werden neue Zuchtpaare aufgestellt und junge Käuze im nördlichen Harzvorland ausgewildert.

Mit etwas Glück kann man die Steinkäuze im Tierpark in ihrem Gehege beobachten. Mit nur ca. 23 cm gehört dieser kleine Kobold zu den kleinsten Eulen und wird oft von den Besuchern übersehen, schade, denn er gehört zu den wertvollsten Tieren im Tierpark. Der Steinkauz hat einen flachen runden Kopf und gelbe Augen, sein Rückengefieder ist dunkelbraun mit vielen hellen Flecken. Am Bauch ist er heller und sein Schwanz ist kurz, was man besonders im Flug beobachten kann. Bei Aufregung streckt er sich und macht sich ganz lang und zeigt ein hastiges Knicksen und Verbeugen und eh man sich versieht, ist er auch schon im Baumstamm verschwunden.
Man kann den Steinkauz auch am Tag fliegen und sitzen sehen, so richtig aktiv wird er aber in der Dämmerung. Im Frühjahr sind die Revierrufe des Männchens weit zu hören. Im Tierpark besteht für Besucher die Möglichkeit, dieses Geräusch im Tierstimmengerät anzuhören.
Diese kleine Eule leidet vor allem unter dem Verlust ihres Lebensraumes. Der besteht aus offenen mit Baumreihen und Feldgehölzen durchsetzten Kulturlandschaften. Er benötigt ein ausreichendes Angebot an Bruthöhlen und Tageseinständen (Höhlen), die als Rückzugsmöglichkeit dienen. Durch die Rodung von Streuobstwiesen und alten Kopfweiden, verlor er wertvollen Lebensraum und geeignete Brutbäume.

In den 60iger Jahren war der Steinkauz weit verbreitet. Heut gehört er unter den europäischen Eulen zu den besonders gefährdeten Arten und musste in die "Rote Liste" der in der Bundesrepublik Deutschland gefährdeten Arten aufgenommen werden. Zurückzuführen ist dies auf die Intensivierung der Landwirtschaft, insbesondere die Umwandlung von Dauergrün in Ackerland. Durch den Einsatz von Pestiziden verringert sich zudem sein Nahrungsangebot. Auf seiner Speisekarte stehen vorwiegend größere Schadinsekten, Schnecken, Regenwürmer und Mäuse. Diese liebliche kleine Eule ist als äußerst nützlich für den Menschen zu betrachten.
Es lohnt sich also, alte Kopfweiden und Streuobstwiesen zu erhalten und zu pflegen. Wo Mangel an Bruthöhlen besteht, nimmt er auch künstliche Brutmöglichkeiten an, dazu wurden extra für den Steinkauz röhrenförmige, mardersichere Nisthilfen entwickelt.